Die unvergleichliche Schönheit der Wüste

(Warum man seine Wildnis Erfahrungen lieben sollte)

"Die Quelle" Blog

03. Mai 2010 Jim Gettmann

Ich hatte immer eine große Vorliebe für gut bewässerte Gebiete. Es fiel mir hingegen schwer, Wüsten zu schätzen. Als Kind lebte ich in beiden Milieus; im dampfenden tropischen Regenwald und der trockenen, zu Bränden neigenden Landschaft Südkaliforniens; aber mir waren immer die saftigen, grünen Orte mit regelmäßigem Regen lieber.

Negev Wüste

Ich habe das dem Herrn gegenüber einmal erwähnt, als ich mich fragte, weswegen er die Wüste gemacht hatte. Ich dachte, es sei vielleicht tatsächlich ein "Versehen", oder eine Auswirkung des Falls. Möglicherweise eine Konsequenz der sündigen Natur des Menschen, die in der Natur sichtbar wird. Seine Reaktion damals kam prompt und bestimmt: Er sprach sehr rasch und erklärte mir, dass er die Wüsten der Welt geschaffen hatte und dass sie sowohl wunderschön als auch gut waren! Meine Reaktion war: Na gut, jedem das seine. Mir werden trotzdem immer die Berge Alaskas und die Alpen mit ihren Wäldern lieber sein!

Ich nehme an, dass die meisten Leute mir zustimmen werden, was die Wüstenperioden unseres spirituellen Lebens angeht. Ich kenne nicht allzu viele Menschen, die während der Zeiten stöhnen und ächzen, in denen offensichtlich alles gut läuft und Gott nahe scheint. Wenn Gebetserhörung reichlich und mächtig kommt und unsere Bemühungen, anderen zu dienen sehr erfolgreich scheinen. Wisst ihr, diese Zeiten, in denen jeder deinen Namen wissen möchte und alle dich bitten, für sie zu beten und von den großen Wundern zu erzählen, die Gott durch dich tut. Diese Zeiten, in denen Gottes Reich erstaunlich rasant wächst und Spannung in der Luft liegt. Wenige Menschen versuchen, solche Zeiten einfach nur zu überstehen, sich zähneknirschend festzuhalten bis es vorbei ist ... nein, sie schwelgen in solchen Zeiten!

Wie bitte? So etwas erlebst du normalerweise nicht? Naja, ehrlich gesagt, ich auch nicht. Ich scheine mich immer wieder im hinteren Teil der Wüste wiederzufinden und zu fragen, wann es endlich regnen wird. Wann ich endlich das mächtige Wirken Gottes erleben werde, die Wunder, die Heilungen, die manifeste Gegenwart Gottes, das Kribbeln und die Freude des überwältigt seins von der Liebe Gottes während ich beobachte, wie die Herrlichkeit Gottes sich als sichtbare Wolke herablässt. Ihr wisst schon, all die guten Sachen eben (du kannst an dieser Stelle die Lücken mit all den Sachen, nach denen du dich sehnst ergänzen...). Manche von uns fragen sich, ob wir verdammt sind, wie das Volk Israel zu sein und vierzig Jahre lang ziellos in der Wüste herumzuwandern ... mit ein bisschen Stöhnen und Seufzen, wenn wir schon mal dort sind.

Seit kurzem beginne ich zu verstehen, warum die Wüste schön ist. Und nach meinem letzen Blog, Hochzeit in der Wüste , habe ich begonnen, den Herrn danach zu fragen. Ganz langsam entsteht ein Bild, das erklärt, warum Gott die Wüste liebt.

Es gibt einige spezielle Charakteristika der Wüste.

Das Herz wird freigelegt

Kamele neben einer Oase In der Wüste gibt es nur wenige Gewächse oder Bäume, welche die Landschaft bedecken. Man kann die tatsächliche Form der Landschaft ohne weiteres erkennen. Man könnte sagen, dass das Herz in der Wüste freigelegt wird. Hier gibt es keine Aktivitäten, hinter denen sich versteckt werden kann, keinen Erfolg, der innere Leere überspielt. Wir Menschen sind sehr gut in Selbstbetrug. Eine unserer beliebtesten Selbstbetrügereien ist: wo viel passiert, ist auch viel Leben.

Eine andere: Wenn wir erfolgreich sind, besonders wenn wir mehr zu tun bekommen, dann ist Gott bestimmt zufrieden mit uns. In all dieser Geschäftigkeit und scheinbarem Erfolg ist es durchaus möglich, dass wir das sind. Dass wir aus eigener Kraft, mit unserer Persönlichkeit und unserem Charisma und harter Arbeit Dinge auf die Beine stellen. Ist Gott wirklich dabei? Ist die Arbeit, die getan wird, seine oder unsere? In der emsigen Betriebsamkeit des grünen Tals ist das schwer mit Sicherheit zu sagen.

Direkt zur Quelle gehen

In den wunderschönen, üppigen Tälern fließt überall Wasser. Hier ein Teich, dort ein See, Wasserfälle, die sich über die Klippen ergießen und gewundene Bachläufe. Obendrein noch einige Sumpfgebiete und etwas Marschland hier und da. Wo befindet sich die tatsächliche Quelle? Vor lauter Wasser ist das hier schwer festzustellen.

In der Wüste hingegen ist das Wasser rar. Man findet es in steinigen, fast ausgetrockneten Flussbecken, natürliche Zisterne, die das letzte Regenwasser aufgefangen haben und Quellen, die aus der Tiefe entspringen. Es gibt nicht viele andere Möglichkeiten in einer echten Wüste. Flüsse und Bäche sind saisonal bedingt und halten sich nur für einige Tage nach dem Regen. Eines ist klar: du weißt immer, woher dein Wasser kommt. Aus der Quelle vor deinen Füßen, nicht aus einer, die 300 Kilometer entfernt ist.

In der heutigen Gemeindeszene fließt viel Wasser. Was nicht so klar ist, ist die Quelle des vielen Wassers. Man neigt dazu, das nasse Zeug vor sich als Wasser zu erkennen und einfach davon zu trinken. War es vom Herrn? Kam diese Predigt, diese Kassette, dieses gesalbte Handauflegegebet wirklich von einer Person, die direkt aus der Quelle des Heiligen Geistes trinkt? Das hoffe ich sehr, aber es ist schwer zu sagen.

In der Wüste geht man direkt zur Quelle. Herr, es gibt jetzt nur noch dich und mich. Ich muss von dir hören! Ich kann mich an keinen anderen wenden! Jede andere Quelle ist versiegt. Sprich zu mir, Herr. Wenn du nicht sprichst ... Ich habe keine andere Option, keinen anderen Plan.

Man entdeckt das EINE, das es sich lohnt, zu besitzen

In der Wüste gibt es wenige Ablenkungen.

In der Wüste kann man sehr durstig werden. Richtig durstig. Es ist heiß und die Sonne brennt auf dich nieder. Du transpirierst (oder schwitzt, wenn du ein echter Mann bist), es gibt wenig Schatten, und wenn du nicht achtgibst, kannst du dehydrieren und ganz wörtlich vor Durst sterben. Was ich meine? Du weißt plötzlich, was du wirklich willst. Du bist absolut überzeugt von dem EINEN, das du wirklich brauchst - mehr als alles andere. Und du würdest beinahe alles tun, um es zu bekommen. Auf der Stelle. Heute, nicht erst morgen. Morgen könnte es zu spät sein oder bereits in zwei Stunden. Das Leben wird auf seine grundsätzlichsten Bestandteile reduziert und das richtet dich aus. Du wirst unbeirrbar. Vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben.

Vielleicht ist das das eigentliche Ziel und der große Wert dieses wundervollen, kostbaren Abenteuers in der Wildnis, das unser liebender Herr für uns arrangiert hat. Er hat sich um die Ablenkungen gekümmert, hat sie abgeschnitten. Er hat dich von deinem Dienst befreit. Liebevoll hat er die Menschen, die dir Halt geben, für den Moment aus deinem Leben genommen. Er stellt sicher, dass die Umstände auf dich einbrennen. Er möchte, dass du durstig wirst und die echte Quelle beginnst zu suchen. Er hält dich davon ab, den leichten Weg zu gehen. Er verhindert, dass du dir mal eben bei "Mc-Predigt" Fast Food besorgst (an dieser Stelle entschuldige ich mich bei Mc-Donalds ...)

Warum?

Die Antwort steht in Hosea. Kapitel 2, Verse 14-20. Hier spricht der Herr über seinen Plan, das herumwandernde Israel von seinen spirituellen und moralischen (oder vielmehr unmoralischen) Ablenkungen zu befreien:

"Darum siehe, ich will sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden; und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge wiedergeben und ihr das Tal Achor zu einer Tür der Hoffnung machen, daß sie daselbst singen soll wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tage, da sie aus Ägypten zog. An jenem Tage wird es geschehen, spricht der HERR, daß du mich «mein Mann» und nicht mehr «mein Baal» nennen wirst; und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Munde entfernen, daß ihrer Namen nicht mehr gedacht werden soll. An jenem Tage will ich auch für sie einen Bund schließen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf Erden kriecht, und will Bogen, Schwert und alles Kriegsgerät im Lande zerbrechen und sie sicher wohnen lassen. Und ich will dich mir verloben auf ewig und will dich mir verloben in Recht und Gerechtigkeit, in Gnade und Erbarmen, und will dich mir verloben in Treue, und du wirst den HERRN erkennen!"

In seiner Weisheit und Liebe tut dein Jesus das, was notwendig ist, damit du ihm das geben kannst, was er sich am meisten von dir wünscht. Und das ist nicht dein Geld. Auch nicht dein Dienst. Es ist nicht dein Gebet für die Leidenden und Sterbenden dieser Welt oder dass du alles hinter dir lassen sollst, um Missionar in Thailand zu werden. Er will dich.

Deswegen, schreibt Hosea, schlüpft er in die Rolle des Freiers, der versucht, dein Herz zu gewinnen. Er versetzt dich in die Umgebung, in der du am besten erkennen kannst, was du in Wahrheit die ganze Zeit wolltest - nämlich ihn! Er schält die Ablenkungen ab und macht dich so durstig, wie nur möglich.

An diesem Ort beginnst du, ihn als Ishi zu erkennen, nicht als Baali. Ishi und Baali sind die beiden hebräischen Worte für Ehemann, die in unserem Vers verwendet wurden. Ishi bedeutet: "Mein Mann! Mein Ehemann." Baali ist vielleicht ein etwas gängigerer Ausdruck im heutigen hebräischen Sprachgebrauch, bedeutet jedoch: "Mein Herr, mein Meister (Ehemann)". In der Wildnis entdeckst du, das Jesus viel mehr an deiner Intimität und Leidenschaft interessiert ist als an deinem Dienst und Diensterfolgen.

Ohne Leidenschaft wird auch dein Dienst für ihn nicht einmal viel wert sein. Es wird möglicherweise so scheinen, als seist du erfolgreich und du erlebst Wachstum und erntest viel Lob von anderen Menschen. Aber früher oder später wird er das alles einfach entfernen müssen, damit du wieder zu dem EINEN zurückfindest, das ER sucht. Wenn du so lange wartest, bis er das tut, ist es im Allgemeinen schmerzhafter.

Die Wüste bricht dich. Aber das ist der Ort, an dem Leben hervorkommt. Sein Leben, keine Imitation; charismatisch, pfingstlich, baptistisch, freikirch-listisch oder welche Form der Religion auch immer. Du musst in die Wüste gehen, um zu sterben. Du entscheidest, dass dein Ego und dein Egoismus nie nötig waren.

Du fängst an zu erkennen, dass deine eigenen Pläne und Ambitionen es in Wirklichkeit überhaupt nicht wert sind, erhalten zu werden. Du merkst, dass deine Identität sich NICHT in deiner Leistungen gründet, sondern in deinem Herrn. Du wirst bereit, alles für ihn aufzugeben - sogar deinen Dienst, von dem du dachtest, er sei für ihn. Du kommst zu dem Schluss, das Jesus genug ist. Du tauschst dein altes Leben ein für seines.

Nun kann es endlich, endlich wirklich beginnen. Du beginnst endlich, den Herrn wirklich kennenzulernen. Theorien werden verworfen. (Bevor du nicht anfängst, deine Theorien über Gott zu verwerfen, bist du wahrscheinlich noch nicht sehr weit gekommen in deinem Prozess, ihn kennenzulernen.

Du wirst herausfinden, dass sogar in Ehren gehaltene Lehren geliebter Leiter aus der Vergangenheit dem Licht der lebendigen Wahrheit weichen müssen. Desillusionierung ist einer der großen Schritte nach vorne, denn hier verlierst du deine Illusionen!) Eine große, wundervolle Person nimmt dann ihren Platz ein.

"Die Wüste und Einöde wird sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und blühen wie ein Narzissenfeld. Sie wird lieblich blühen und frohlocken, ja, Frohlocken und Jubel wird sein; ... Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Ohren geöffnet werden; alsdann wird der Lahme hüpfen wie ein Hirsch und der Stummen Zunge lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste entspringen und Ströme in der Einöde." Isaiah 35,1-2;5-6

Die Wüste bricht dich. Sie bringt dir bei, dich endlich an deinen Geliebten zu anzulehnen.

"Wer ist, die da heraufkommt von der Wüste, gestützt auf ihren Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich auf; dort litt deine Mutter Wehen für dich, dort litt Wehen sie, die dich gebar." Hohelied 8,5

The desert breaks you, teaching you how to lean on your beloved from now on."Who is that coming up from the wilderness, leaning on her beloved? Under the apple tree I awakened you. There your mother was in labor with you; there she who bore you was in labor." Song of Solomon 8:5

Jetzt mal ehrlich: Ist die Wüste nicht unvergleichlich schön?

Wie Abraham in der Negev


"

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