Auswilderung der Löwen

"Die Quelle" Blog

24. Februar 2010 Milt Rodriguez www.therebuilders.org

"Für die Freiheit hat uns Christus befreit; so stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!" Galater 5,1

Ein Freund von mir erzählte mir neulich von einer Gruppe Naturschützern in Simbabwe, die Löwen aus der Gefangenschaft nehmen und versuchen, sie auszuwildern.

Der Prozess hat vier Phasen und ist nicht einfach, wird aber mit Erfolg durchgeführt. Der Auswilderungsprozess hatte so viele Tücken wegen der Auswirkungen der Gefangenschaft auf den afrikanischen Löwen. Wenn Löwen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums gezüchtet werden und aufwachsen, entwickeln sich bei ihnen einige ziemlich abweichende Muster.

Kurz gesagt, sie werden "zahm". Und trotzdem wird ein Löwe als wildes Tier geboren.

In Gefangenschaft vergessen die Löwen, dass sie Löwen sind. Sie vergessen, wie man jagt. Sie vergessen, wie man im Rudel lebt. Löwen sind im Allgemeinen soziale Wesen, die nicht gut als Einzelgänger zurechtkommen.

Die Auswirkungen der Gefangenschaft

Du und ich, wir wurden (wieder-) geboren als spirituelle Löwen. Das ist es, wer wir sind. Aber unsere wahre Natur ist in Vergessenheit geraten, weil wir innerhalb unseres religiösen Systems in Gefangenschaft leben. Die Gefangenschaft verleitet uns, Dinge zu glauben, die einfach nicht wahr sind. Wegen dieser Konditionierung entwickeln wir uns deutlich unterhalb dessen, was unsere wahre Berufung und Bestimmung sind. Wir sind gezähmt.

Wir sind zu einzelnen Kirchenbankwärmern geworden. Mutanten, die herumsitzen und zuhören, anstatt teilzunehmen und zu funktionieren. Das System der geistlichen Fachkräfte und geistlichen Laien hat uns passiv und geistlich träge gemacht. Mit anderen Worten: wir haben unser Geburtsrecht verkauft. Wie Esau haben wir uns für eine schöne, warme Schüssel Linseneintopf verkauft - unsere warme, sichere und bequeme Kirchenbank. Wir wollten uns nicht mehr die Mühe machen, als Teile des Leibes Christi zu funktionieren. Also haben wir uns selbst verraten und das Kirchensystem gegründet.

Wir haben vergessen, wie man jagt

Das Jagen ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Aspekte im Leben eines Löwen. Wie will man sich ernähren, ohne zu jagen?

Wie ernährt sich dann das Rudel?

Wir haben vergessen, wie man seine Mahlzeiten selber erlegt. Ein Teil unserer Konditionierung ist es, täglich (oder besser: Sonn-täglich) unseren Käfig geöffnet und einen Brocken Fleisch zugeworfen zu bekommen. Dies untergräbt den gesamten Prozess des Jagens.

Wer ist diese Person, der uns diesen Brocken zuwirft? Wo hat er ihn her? Er muss auf der Jagd gewesen sein. Aber es ist nicht meine Beute! Und ich musste dafür nicht selbst auf die Jagd gehen.

Das Jagen beinhaltet viel mehr, als einfach ein Tier zu töten und es dann zu verspeisen. Das Jagen an sich: den richtigen Ort zur richtigen Zeit zu finden; die richtige Ausrüstung dabeizuhaben; ganz still zu werden; die Beute wittern; der Beute auflauern; zielen, etc. Manchmal kehrt man mit leeren Händen zurück, aber der eigentliche Vorgang ist schon aufregend genug.

Wir als Gläubige ernähren uns von Jesus Christus selbst. Nicht von Lehren oder Doktrinen über Christus, sondern von Christus selbst, dem Erleben seiner Person. Nach dieser "Nahrung" muss jeder für sich auf die Jagd gehen. Es gibt Zeiten, da ist es in Ordnung, bei jemand anderem mitzuessen. Aber es geht nichts über die eigene "Jagd" nach einer neuen Offenbarung oder Erkenntnis über deinen Herrn. Das ist aufregend. So macht man Entdeckungen. Das ist das Leben, für das wir geboren wurden!

Aber was dann? Was tun Löwen, wenn sie gejagt haben?

Sie bringen ihre Beute heim und teilen sie mit dem Rudel.

Wie ich bereits sagte, sind Löwen sehr soziale Wesen und leben im Rudel. Aber in Gefangenschaft gibt es keine Jagd und auch kein Rudel. Löwen bekommen jeden Tag ihr Futter hingeworfen und leben nicht als Rudeltiere. Sie sind einfach individuelle Löwen, die ein mutiertes Leben voller Individualität leben.

Ein Löwe in Gefangenschaft muss nicht selbst auf die Jagd. Er wird faul und selbstgefällig. Für ihn ist das normal so. Er glaubt, jemand anders sei verantwortlich.

Wir habe vergessen, wie man in der Wildnis lebt

"indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht; denn das, was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig." 2 Kor. 4,18

Es existieren zwei Bereiche. Der unsichtbare Bereich (oder die Ewigkeit) und es gibt den sichtbaren Bereich (oder die "Realität", wie wir sie empfinden). Diese beiden Bereiche existieren miteinander zur gleichen Zeit.

Der eine Bereich ist spirituell und daher unsichtbar. Das heißt, hier gibt es keine physikalische Substanz oder das, was wir Materie nennen. Er hat keine Größe, keinen Umfang und existiert außerhalb von Raum und Zeit. Man könnte sagen, dass dieser spirituelle Bereich völlig "andersartig" ist, verglichen mit dem sichtbaren, physikalischen Bereich.

Natürlich wissen wir, dass der sichtbare, physikalische Bereich sehr wohl Materie beinhaltet. Und Energie, Raum, Zeit und Umfang. Die Wissenschaft erzählt uns von Elektronen, Protonen, Atomen und Molekülen. Wir wissen scheinbar eine Menge über den sichtbaren Bereich. Aber die Schrift sagt uns, dass dieser Bereich nicht von Dauer ist.

Es ist der unsichtbare Bereich, der ewig ist. Und dennoch wissen wir recht wenig über diesen Bereich. Wie lebt man dort? Wie lebt man im Geist?

Das Doppelwesen

Als Löwen ist es unsere Bestimmung, in beiden Bereichen zugleich zu leben. Aber hauptsächlich sollten wir im Unsichtbaren leben. Das ist für uns die "Wildnis". Und zum größten Teil unerforscht. Es ist wirklich die "Wildnis". Es ist unser natürlicher Lebensraum. Und nichts anderes wird uns je erfüllen können. Und trotzdem, weil wir vergessen haben, wer wir sind, fühlen wir uns in Gefangenschaft wohl. Wir fühlen uns im sichtbaren Bereich wohl. Wir fangen sogar an zu glauben, dass dieser Bereich alles ist und investieren unser Leben in ihn.

Dabei haben wir einen Herrn, der gleichzeitig Löwe und Lamm ist. Er ist definitiv sanft. Aber täusche dich nicht, er ist nicht zahm! Er ist absolut wild und das wilde Königreich, unser Zuhause, ist in ihm (Eph. 1:3).

Aber unser natürlicher Lebensraum wird nicht von Einzelnen bewohnt. Hier ist der Platz des Rudels.

Wir haben vergessen, wie man als Rudel lebt

Das Rudel ist das Sozialgefüge der Löwen. Sie leben nicht alleine. Sie interagieren in kleinen Gruppen, Rudel genannt.

Lieber Gläubiger, ein sehr wichtiger Teil deines natürlichen Lebensraumes ist das spirituelle Rudel. Auch das haben wir verloren. Löwen in Gefangenschaft leben nicht in Rudeln. Das kommt nur in der Wildnis vor. Wenn du feststellst, dass du bereits frei bist und beginnst im unsichtbaren zu Leben, erkennst du die Notwendigkeit des gemeinschaftlichen Lebens. Dieses wilde Leben findet gemeinsam statt. Mit deinem Herrn und mit seinem Volk.

Aber wir sind nicht daran gewöhnt, unser Leben mit Anderen zu teilen. Wir wurden schon so lange isoliert voneinander (gefangen gehalten) dass wir vergessen haben, dass das (gemeinschaftliche Leben) ganz einfach die Normalität für wilde Löwen ist. In einem echten Rudel teilen alle ihr Essen, ihre Freuden, ihre Trauer, und ihr gesamtes Leben miteinander.

Die große Frage ist: Wie kommen wir zu diesem Ort der Freiheit? Wie schaffen wir es, uns wieder daran zu erinnern, wie man jagt? Wie schaffen wir es, uns wieder daran zu erinnern, wie man in der Wildnis lebt? Wie man im Rudel lebt?

Unser großer Gott hat bereits eine Lösung zu dieser Situation vorbereitet. Und diese Lösung ist bereits im ersten Jahrhundert in Kraft getreten.

Die Lösung Gottes: mit den Löwen wandern

Wie ich euch am Anfang dieses Artikels erzählte, gibt es eine Gruppe Naturschützer in Simbabwe, die erfolgreich Löwen auswildern. Aber wie machen sie das?

Sie wandern jeden Tag mit den Junglöwen durch die Wildnis. Ein erfahrener Löwenführer (kein Trainer) geht täglich mit einem Jungen auf eine lange Wanderung. So lernt der Junglöwe die Wildnis kennen. Nach und nach beginnen die natürlichen Instinkte der Löwen zu erwachen. Sie erkennen ihre Beute und fangen an, auf sie zu lauern. Eines Tages lernen sie, eigenständig zu jagen. Der Führer stellt die Junglöwen auch einem wild lebenden Rudel vor, damit sie sozial integriert werden können.

Gott macht es mit seinem Volk genauso. Er holt sein Volk mithilfe von "Führern" zurück in die Wildnis. Das sind Männer und Frauen, von Ihm berufen, vorbereitet und ausgesandt, diese schwierige Aufgabe zu übernehmen. Sie werden keinesfalls zu Pflegern der Gläubigen. Ihre Aufgabe ist die Rückführung. Dann entdecken die Gläubigen ihre spirituellen Instinkte und ihren natürlichen Lebensraum wieder. All das, was während der Gefangenschaft in Vergessenheit geraten war.

Das Wirken solcher Menschen konnte man im ersten Jahrhundert beobachten. Sie wurden von Gott als wandernde apostolische Arbeiter (oder Gemeindegründer) ausgesandt, um für die Zusammenkünfte der Gläubigen eine Grundlage von Christus zu schaffen. Ihr Job war es, dafür zu sorgen, dass sie selber Arbeitslos wurden. Petrus, Johannes, Paulus, Barnabas, Titus, Silas, Timotheus und andere übernahmen diese Aufgabe der Rückführung des Volkes Gottes in die Wildnis. Dann ließen sie es zurück, damit es ein eigenes Leben als wilde Löwen führen konnte!

Das Programm in Simbabwe sieht vor, dass die Führer nach und nach den Kontakt zu den Löwen reduzieren. Das Ziel ist es, die Löwen vollständig auszuwildern; nicht, sie zu kontrollieren und domestiziert zu lassen.

Die Christen verlassen die religiösen Institutionen in Scharen. Sie suchen nach mehr Realität, einer tieferen Spiritualität und Freiheit. Sie werden freigesetzt von der Gefangenschaft der religiösen Systeme und das ist wunderschön zu sehen. Aber dadurch entsteht ein ganz anderes Problem.

Nun, da diese vielen Gläubigen aus der Gefangenschaft befreit wurden, was wird als nächstes geschehen? Wie werden sie in die Wildnis zurückgeführt? Wie schaffen sie es, sich daran zu erinnern, wie man jagt? Wie werden sie in ein Rudel eingeführt?

Gottes eigenes Rehabilitationsprogramm muss die Antwort sein. Wir müssen beten, dass Gott viele heranzieht: von Ihm berufen, vorbereitet und ausgesandt, mit den Löwen zu wandern.

Du bist ein Löwe und es ist dein göttliches Recht, frei und in der Wildnis zu Seinem Rudel zu gehören!

Auszug, mit der Erlaubnis von Milt Rodriguez, von seiner Webseite. Weitere Artikel, Newsletter, Bücher und Audio mp3s sind auf folgender Website zu finden: www.therebuilders.org.


Teile mit uns deine Gedanke zu diesem Thema: Sollen Christen wie Löwen in dem richtigen Lebensraum leben?

Nachdem du diesen Artikel gelesen hast - hast du Empfehlungen oder Erfahrungen mit anderen Leser zuteilen, die anderen vielleicht helfen würden, die "Jagt" nach einem Wort von Gott zu lernen? Wie können wir die Fähigkeit erneut lernen, wie man sich selber geistlich nähren kann, ohne von Predigten und Prediger abhängig zu sein?

Gebe einen Titel ein (z.B.: "Wie man die Kurve kriegt, wieder frei wie natürliche Löwen zu leben")

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