Gott kennen

Vor einiger Zeit habe ich ein Buch geschrieben. Ich wollte einige Missverständnisse im Zusammenhang mit der Kenntnis Gottes, der Bibel, biblischen Bünden und verschiedenen anderen Themen aufgreifen. Einige dieser Themen waren ziemlich kontrovers, mit fest verwurzelten Ansichten auf jeder Seite.

Aber eins fiel mir bei diesen Auseinandersetzungen auf. Jede Seite hatte für sich einen philosophischen Halt gefunden, eine riesige Argumentationskette zu seiner Verteidigung aufgebaut - wie Schlossmauern auf einer Bergkuppe - und beschoss fortan jede andere theologische Festung mit ihren theologischen Geschützen.

Meistens war dieser Halt, der zur Festung wurde, eine ganz bestimmte Bibelstelle, oder die Lehre einer bestimmten Glaubensgemeinschaft. Die eine Burg war auf die eine Bibelstelle gebaut, die andere andere auf eine weitere, vermeintlich widersprüchliche Stelle. So konnte jede Seite für sich die Ehre in Anspruch nehmen, "biblisch" zu sein.

Offen gesagt verspürte ich keinerlei Drang, mein eigenes Schloss zu bauen und ebenfalls in den Krieg zu ziehen. Aber wie konnte ich die Wahrheit feststellen, ohne den eben beschriebenen Weg zu beschreiten?

Als ich darüber nachdachte, stellte ich folgendes fest: Sowohl ich selbst, als auch jeder andere, den ich kenne, betrachtet Fragen, die aufkommen, durch bestimmte Filter. Diese entstehen durch unsere Kultur, unseren Hintergrund, unsere Erfahrungen und unsere Lehrer. Niemand zieht los, um die Wahrheit über Gott herauszufinden und ist dabei unbelastet. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden. Man sollte das, was man von guten Menschen gelernt hat, respektieren. Aber es bedeutet dennoch, dass man von vorne herein von bestimmten Annahmen ausgeht.

Nicht nur diesem Artikel, sondern dieser Website im allgemeinen lege ich bewusst zwei Annahmen zugrunde: Die erste ist, dass Gott ist. Das beste Argument für die Existenz von jemandem, den wir - noch nicht - sehen könne, sind unsere Erfahrungen. Auf dieser Seite werden wir von unseren Erfahrungen mit Jesus Christus berichten. Das ist fair, denn jeder Atheist argumentiert ebenfalls aus seiner Erfahrung, z. B.: "Ich habe Gott noch nie gesehen." So, wie die Existenz des Windes allein durch die Erfahrung, die beweisbaren Auswirkungen, bestätigt wird.

Die zweite Annahme lautet, dass die Bibel (sowohl das alte, als auch das neue Testament) die Offenbarung Gottes an die Menschheit ist. Ich nehme das aus gutem Grund an und es gibt eine Menge externe Beweise, die meine Annahme untermauern, aber ich werde diese Plattform nicht nutzen, um diesen Punkt zu verteidigen. Wenn ihr euch hier unsicher seid, gibt es ausreichend fundierte Quellen, auf denen ihr nachlesen könnt.

Anwendung der ursprünglichen Absicht um Gott kennenzulernen

Wie also können wir den Nebel lichten und die Wahrheit finden? Darf ich eine generelle Vorgehensweise vorschlagen, die uns, wenn nicht zur vollen Wahrheit aus Gottes Sicht, dann doch so nahe wie möglich an sie heranführt?

Und so gehen wir am besten vor, wenn wir Gott kennenlernen möchten: Was war Gottes ursprüngliche Absicht bei _____ (entsprechend ausfüllen). Oder, wenn das möglich ist: wie war es am Anfang (d.h.: was war der ursprüngliche Plan oder das ursprüngliche Design).

Bis wir entdeckt haben, welche Absicht Gott verfolgte, als er uns schuf, bis wir verstehen, was er im Umgang mit uns bezweckt, was hierbei sein Ziel ist, sind wir nicht in der Lage, zu entdecken, wie seine Worte, seine Bünde und Gebote zu verstehen und zu befolgen sind.

Das ist alles ist wichtig. Denn wenn es euch so geht wie mir, dann möchtet ihr Gott so kennen , wie er wirklich ist, nicht nur so, wie ihr ihn euch vorgestellt habt. Bei der Gelegenheit gebe ich euch hier einige sehr gute Ratschläge mit auf euren Weg, Gott kennenzulernen.

Das Fundament finden

Die fundamentalsten Fragen bei der Erforschung von Gottes zugrundeliegenden Absichten, egal, in welchem Kontext, wären die folgenden: Was bezweckte Gott, indem er uns schuf? Um was zu tun, oder zu sein platzierte er uns auf dieser Erde? Was sind seine Prioritäten und was erhofft sich Gott aus unseren Leben? Haben wir diese Fragen beantwortet, sind wir in der Lage, weitere zu stellen.

Immer und immer wieder sagen Leute zu mir: "Mit meinem ist alles Leben in Ordnung. Ich bin ein guter Mensch. Ich bemühe mich immer, andere gut zu behandeln. Was könnte Gott mehr von mir verlangen?"

Wen es das ist, was Gott sucht, ist das eine gute Lebensphilosophie. Falls nicht, sind wir bereits an dieser Stelle auf dem falschen Weg.

Eigentlich ist es nicht das "gute Leben", das Gott von uns verlangt, genauso wenig, wie er uns ein "gutes Leben" schuldig ist - ganz entgegen dem, was heute in manch einem populären christlichen Buch angedeutet werden mag. Viel mehr ist es ein Leben "mit Gott, aus dem Glauben heraus". In Wirklichkeit geht es darum, Gott zu kennen und tagtäglich mit ihm zu leben.

Ist die Bibel wirklich theologisch?

Merkwürdiger Weise ist die Bibel kein sehr gutes theologisches Buch. Ich meine damit, sie ist nicht systematisch geordnet, sie kümmert sich nicht so sehr um Glaubenslehren oder was genau wir glauben sollten. Und dies ist die Quelle einer Vielzahl unterschiedlicher Meinungen über Gott und seinen Willen.

Warum ist das so? Nun ja, die meisten von uns erwarten, in der Bibel direkte Antworten zu finden. Diese Art, zu Denken wurde uns beigebracht. Wir wollen, dass dieses Buch zu uns sagt: "So könnt ihr Gott kennenlernen, und das ist es, was Gott will." Was da durchkommt, ist unser Griechisch geprägtes, rationelles Denken. Aber die Bibel ist weder entsprechend unserer Kultur, noch unserer Denkweise geschrieben. Die Worte der Bibel sind aus einer uralten, hebräischen Mentalität heraus niedergeschrieben, die sich wesentlich von der unseren unterscheidet.

Zu diesem Thema werde ich später noch mehr sagen. Halten wir für den Moment einfach mal fest, dass die Bibel nicht so sehr korrektes Tun, sondern ehre korrektes Sein betont. Sie ist sehr bodenständig: Wenn man sagt, man glaubt etwas und lebt es nicht, dann glaubt man es auch nicht.

Wenn du also nach einer Bibelstelle, einer Passage oder einem Vers suchst, der in klarer Sprache ganz genau wiedergibt, was Gottes Absicht ist, was er durch die Schöpfung tun wollte, dann wirst du lange suchen. Gott gibt uns viele Hinweise, manch eine Aussage, in die man sich verbeißen kann, aber nicht immer in der Art und Weise, wie wir das gewohnt sind. Gott zeigt uns durch seine Taten im selben Maße wie und wer er ist, wie durch seine Worte.

Die hebräische Denkweise hat einen weiteren Hauptaspekt. Die Beziehung. Gott ist ein beziehungs-orientierter Gott.

Aus diesem Grunde lässt sich ebenso viel über Gott und seine Absichten und Werte durch die Interaktion mit seinen Bezugspersonen in der Bibel herausfinden, wie durch bestimmte Bibelstellen. Lasst uns gleich jetzt beginnen, auf diese Weise zu belegen, dass Gottes hauptsächlicher Beweggrund seine Liebe zu uns ist. Anstatt Joh. 3:16 oder ähnliche Verse zu zitieren, in denen Aussagen wie "So sehr hat Gott die Welt geliebt ..." zu finden sind.

Die Helden Gottes sind immer Liebhaber

Ich habe einige Zeit damit zugebracht, die wichtigen Figuren der Bibel zu beobachten. Hier kann man darüber lesen. Was ich herausfand, war, dass sie sich nicht durch "Heiligkeit" hervorhoben, und auch nicht dadurch, dass sie besonders gehorsam oder frei von Sünde waren. Aber eine Sache wurde in einer Geschichte nach der anderen deutlich: sie alle liebten Gott und kannten ihn.

Noah - er sprach bereits mit Gott. Nur deswegen konnte er überhaupt den Befehl, die Arche zu bauen, wahrnehmen.

Abraham - er vertraute Gott voll und ganz. So sehr, dass er alles hinter sich ließ und einen neuen Anfang wagte. Man nannte ihn in Jesaja 41:8 den Liebhaber Gottes. (das Wort Freund heißt auf Hebräisch ahev, das bedeutet vor allem Liebhaber)

Mose - Gott sprach zu mit ihm von Angesicht zu Angesicht. Völlig anders, als er zu der Zeit mit allen anderen kommunzierte, wie er selbst in 4. Mose 12:6-8 sagte.

König David - Der Kerl war ein großer Sünder (unter anderem: Mord, Ehebruch, ...) trotzdem nannte Gott ihn einen Mann nach seinem Herzen. Wie ist das möglich? Es ist, weil David sein Herz darauf trainiert hatte, nach Gott zu verlangen. Er war ein Liebhaber, der ab und zu von seinem eignen, heißblütigen Temperament eingeholt wurde. Aber das große und besondere ist, dass jedes mal, wenn David feststellte, das er einen Fehler gemacht hatte, er auf der Stelle zu Gott zurückkehrte. Er wusste ohne Zweifel, dass ihm vergeben werden würde, denn er wusste um die bedingungslose Liebe Gottes zu ihm.

Gott ist Liebe

Diese Leute kannten Gott richtig gut. Nicht nur als GOTT DEN ALLMÄCHTIGEN UND UNBEKANNTEN, sondern als Gott, der sich uns persönlich nähert um zu zeigen, wer er ist. Liebe ist seine Natur. Er liebt es, im ständigen Kontakt und in Verbundenheit mit uns zu sein. Er ist die sanftmütigste Person, die du jemals treffen wirst.

"Warum scheint er dann immer so zornig zu sein? Besonders im Alten Testament?" Das ist eine gute Frage. Die werde ich beim Thema "Altes Testament" ausführlich behandeln. Lasst mich an dieser Stelle diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Werden liebende Eltern manchmal furchtbar wütend, wenn sie von ihren Kindern ignoriert werden und diese etwas gefährliches und potentiell selbstzerstörerisches tun?

Gott ist Liebe. Das ist keine Beschreibung, sondern eine Aussage über sein Wesen. Er ist die personifizierte Liebe. Größer, reiner und unverfälschter als das, was wir Menschen oft unter Liebe verstehen.

Und aus dem Grunde hat er uns, hat er diese Welt, geschaffen. Damit wir eine Gelegenheit bekommen, ihn zu finden und ihn zu lieben, wenn wir das möchten. Damit wir die Gelegenheit bekommen, Gott richtig kennenzulernen.

Warum zeigt er sich uns nicht offen und deutlich, wenn er so gerne unser Freund sein möchte? Fakt ist, wahre Liebe braucht Freiheit. Würde er sich uns zeigen, wären wir von seiner Macht und Größe überwältigt. Damit sich echte Liebe entwickeln kann braucht jeder von uns Zeit und Raum, ihn zu entdecken.

Alles, was man braucht ist den Hunger, das Verlangen danach, sich auf eine Reise zu begeben, Gott selbst zu entdecken. Er versprach mehrmals, "ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet." (Jeremia 29,13)

Er möchte einen entschlossenen Ausdruck in unseren Augen sehen und möchte, dass wir uns die Zeit nehmen, ihn zu suchen, wie wir einen Verborgenen Schatz suchen würden. Er ist der größte Schatz von allen!

Die obige Einführung über das Thema "Gott kennen" kratzt nur an der Oberfläche. Es kommt noch viel mehr. Aber diese Grundlagen öffnen hoffentlich eine Tür, um Gott kennenzulernen. Diese Seite hat die Basis gestreift. Wir werden nach und nach tiefer gehen, wir werden darüber sprechen, wie wir Gott praktisch kennenlernen können, tagtäglichen Kontakt schaffen können. Wir werden sogar lernen, Gott zu uns sprechen zu hören.

Ja, genau, Der wahrhafte Gott, der Schöpfer von allem, das ist WIRD zu dir sprechen, wenn du ihn suchst.